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Frequently asked questionsStand: 07.07.2020

Die Sicherung der laufenden Produktion und die Belieferung unserer Kunden haben hohe Priorität. Gleichwohl sind aufgrund des Schutzschirmverfahrens gewisse vorübergehende Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen.

Durch das Schutzschirmverfahren sind wir in der Lage, in einem gesetzlich klar geregelten, geschützten Rahmen und Prozess innerhalb der nächsten drei Monate einen tragfähigen Plan für eine erfolgreiche Sanierung der Nanogate-Gruppe und eine nachhaltig profitable Ausrichtung zu erarbeiten.

Voraussetzung für die Antragstellung, die frühzeitig und noch vor Eintritt einer Zahlungsunfähigkeit erfolgen muss, sind das Vorhandensein von Liquidität und die grundsätzliche Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung. Dabei berücksichtigen wir die Interessen sämtlicher „Stakeholder“. Ziel ist es somit auch, möglichst viele der konzernweit fast 1.800 Arbeitsplätze zu erhalten.

Unser Geschäftsmodell und unsere Positionierung am Markt sind zukunftsfähig. Wir verfügen über namhafte Kunden und innovative Lösungen. Allerdings haben der hohe Automotive-Anteil in der Corona-Pandemie und Ineffizienzen, insbesondere im Zusammenhang mit Neuanläufen, das Geschäft zu stark beeinträchtigt. An der Beseitigung dieser Schwächen arbeiten wir bereits seit 2019, und durch das Schutzschirmverfahren haben wir nun zusätzliche Möglichkeiten für notwendige Sanierungsmaßnahmen.

Nanogate befand sich bereits in 2019 aufgrund der zunehmend schwierigen Lage in der Automobilindustrie, verbunden mit geringeren Abrufen und verschobenen Neuprojekten, operativer Schwächen und einer Reihe größerer Neuanläufe in einer unbefriedigenden wirtschaftlichen Lage. Ein im ersten Quartal 2020 zusammen mit unseren Finanzierungspartnern erarbeitetes Sanierungs- und Finanzierungskonzept konnte durch die COVID-19-Pandemie nicht umgesetzt werden. In den anschließenden intensiven Gesprächen und Verhandlungen wurden mit unseren Banken Konzepte zur Deckung des zusätzlichen Liquiditätsbedarfs erörtert. Hierüber konnte in der gebotenen Zeit jedoch am Ende wider Erwarten keine Einigung erzielt werden.

Die Nanogate SE als Muttergesellschaft sowie die Tochtergesellschaften Nanogate Management Services GmbH (Quierschied), Nanogate PD Systems GmbH (Bad Salzuflen), Nanogate Neunkirchen GmbH, Nanogate Kierspe GmbH und Nanogate NRW GmbH (Lüdenscheid) haben jeweils beim Amtsgericht Saarbrücken ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung (nach §270 b lnsolvenzordnung) beantragt.

Die übrigen deutschen Gesellschaften sowie die ausländischen Konzerngesellschaften sind nach jetzigem Stand vom Schutzschirmverfahren nicht betroffen. Für diese Unternehmen ist derzeit auch nicht vorgesehen, einen solchen Antrag zu stellen.

Voraussetzung für die Beantragung eines Schutzschirm-Verfahrens in Deutschland ist u.a. eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Bei den Unternehmen, bei denen kein Antrag gestellt wurde, liegt diese derzeit nicht vor. Bei den ausländischen Konzernunternehmen finden zudem die deutschen Insolvenzregelungen keine Anwendung.

Dieser Plan wird aktuell erarbeitet. Daher bitten wir um Verständnis, dass wir uns dazu aktuell nicht äußern möchten.

Zum vorläufigen Sachwalter wurde Justizrat Günter Staab (Kanzlei Staab & Kollegen) bestellt. Der Vorstand und die Geschäftsführungen der betroffenen Gruppenunternehmen, die diese im Rahmen der Eigenverwaltung weiterführen, werden durch die sanierungserfahrenen Experten Franz J. Abel und Matthias Bayer (Kanzlei Abel und Kollegen) als Generalbevollmächtigte unterstützt.

Ziel eines Schutzschirmverfahrens ist es insbesondere, den laufenden Betrieb weiter zu führen. Somit hat die Belieferung unserer Kunden höchste Priorität für uns. Daher sind wir darauf angewiesen, dass uns Lieferanten und Dienstleister wie gewohnt unterstützen. Nur damit werden Lieferengpässe oder gar Auslieferungsverzögerungen vermieden.

Lieferanten und Kunden, die Forderungen gegen eines der unter dem Schutzschirm stehenden Unternehmen aus der Zeit vor dem 23. Juni 2020 haben, erhalten diese im Rahmen der Insolvenzpläne möglicherweise nur quotal erfüllt. Diesen möglichen Forderungsausfall bedauern wir sehr. Gleichwohl bitten wir alle Kunden und Lieferanten, die bisherige Geschäftsbeziehung mit uns fortzuführen, um eine Sanierung und eine Fortsetzung der häufig sehr langen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Nanogate wurde vom Gericht die Befugnis erteilt, Masseverbindlichkeiten zu begründen. Dies bedeutet, dass Ansprüche aus Leistungsbeziehungen ab dem 23. Juni 2020 auch vollständig bezahlt werden.

Für die Mitarbeiter der betroffenen Gruppenunternehmen ändert sich zunächst nicht viel. Der Geschäftsbetrieb wird fortgesetzt. Die Löhne und Gehälter werden in der vorläufigen Eigenverwaltungsphase von der Arbeitsagentur als Insolvenzgeld übernommen. Entlassungen in größerem Umfang sind derzeit nicht geplant.

Die Auswirkungen des Schutzschirmverfahrens für die Aktionäre hängen in erster Linie vom Insolvenzplan ab. Dieser Plan wird aktuell erarbeitet. Daher bitten wir um Verständnis, dass wir uns dazu aktuell nicht äußern möchten.

Der Jahresabschluss 2019 wird voraussichtlich erst nach Vorliegen des Insolvenzplans finalisiert werden können. Wir gehen derzeit von einer Veröffentlichung bis Oktober und einer Hauptversammlung bis November aus.

Ein Schutzschirmverfahren ist nur dann möglich, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung lediglich die Insolvenzgründe der drohenden Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung, nicht jedoch bereits die Zahlungsunfähigkeit des insolventen Unternehmens vorliegen. Zudem darf die beabsichtigte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos sein. Diese Voraussetzungen sind zusammen mit dem Antrag durch einen in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt oder eine Person mit vergleichbarer Qualifikation zu bestätigen.

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Christian Dose
WMP Finanzkommunikation GmbH